Im 1. Quartal 2012 wurden acht neue Jungunternehmen mit dem CTI Start-up Label ausgezeichnet. Während die Anzahl der Start-ups im Bereich IT und Internet steigend ist, beobachtet CTI im Bereich Biotechnologie seit geraumer Zeit eine rückläufige Entwicklung. Dieser Trend in einem strategischen Wachstumsfeld der Schweiz ist langfristig kritisch.
Seit geraumer Zeit beobachtet CTI Start-up einen markanten Rückgang der Anzahl von neuen Ventures mit Biotechnologiefokus. Waren es im Jahre 2008 noch 12 Firmen in Life Science Sektor (inkl. Biotechnologie) die das Label erhielten, so waren es im Jahre 2011 nur noch deren 5. Dieser Trend ist auch bei den Anmeldungen zum CTI Coachingprogramm zu beobachten. Die Gründe dieser Entwicklung sind bei den erschwerten Bedingungen im Bereich Forschung und Entwicklung und die damit verbundenen klinischen Versuche und vor allem bei der Finanzierung dieser Phase zu suchen.
Rückgang der Start-ups im Bereich der Biotechnologie
Entwicklungen von Innovationen im Biotechnologiebereich sind zeitraubend, risikobehaftet und kostspielig. Dessen Finanzierung ist schwieriger geworden, da Venturekapitalfonds kaum noch in Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der Frühphase investierten. Aufgrund einer allgemeinen, krisenbedingten Neuausrichtung Ihrer Anlagestrategien, bevorzugen Risikokapitalgeber heute Firmen mit Produkten in klinischen Studien. Peter Harboe-Schmidt, CTI Start-up Headcoach Region Ost und Life Science Coach kommentierte seine Beobachtung wie folgt:
«Start-ups im Bereich Biotech haben seit geraumer Zeit Schwierigkeiten Investoren zu finden. Eine Alternativlösung wäre das Eingehen früher, industriellen Partnerschaften mit Pharmafirmen. Leider sind aber auch diese Spätphase-orientiert. Diese Trend bremst nicht nur die Entwicklungschancen von Neufirmen, sondern wird langfristig auch zu einem ernsten Innovationsloch führen.»
Mehr Start-ups im Bereich der Informations- & Kommunikationstechnologie (ICT)
Gleichzeit beobachtet CTI Start-up eine steigende Anzahl der Firmenneugründungen im Bereich IT- und Kommunikationstechnologien (Softwareapplikationen, Internet, mobile Dienstleistungen). Obschon diese Entwicklung erfreulich ist, muss kritisch bemerkt werden, dass ICT Innovationen äusserst schnelllebig sind. Zudem sind ICT-Firmen einem härteren, internationalen Konkurrenzkampf ausgesetzt. Die Geschäftsmodelle der Start-ups in diesen Bereichen sind oft wenig innovativ und nachhaltig. Auch überschätzen die Gründer das zukünftige Einnahmenpotential. Hingegen geniesst der Sektor die Gunst von innovationshungrigen Investoren und Käufern. «Zur Zeit haben auch ICT Start-ups mehr Mühe die benötigten Finanzmittel zur Produkt-entwicklung zu sichern. Folglich laufen sie vermehrt Gefahr, von der rasanten Technologie-Entwicklung eingeholt zu werden bevor sie ihren Konkurrenzvorteil mit einem erfolgreichen Markteintritt in den USA ausspielen können», meinte dazu Christoph Heidelberger, CTI Start-up ICT Coach.
mehr über CTI Start-up
Die Kommission für Technologie und Innovation KTI ist vom Schweizer Bund beauftragt, High-tech-Projekte und unternehmerische Vorhaben zu unterstützen, indem sie diesen Weiterbildungsprogramme, Coachings und den Zugang zu Investoren bereitstellt. Im Rahmen dieser Mission konzentriert sich CTI Start-up seit 1996 auf Förderprogramme des Unternehmergeistes bei Studierenden und Forschern (CTI Entrepreneurship) und einem maßgeschneiderten, praxisgerechten Coachingprozess in vier Phasen (CTI Start-up Coaching) für innovative Jungunternehmer. Dieser Prozess bietet professionelle Unterstützung und Orientierung bei wichtigen Entscheidungen der Firmengründung. Das Coaching hat zum Ziel, Jungunternehmen innerhalb von 6 bis 24 Monaten zum CTI Start-up-Label zu führen. Das Label ist ein Zertifikat für die Qualität und Glaubwürdigkeit eines Projektes für Investoren. Die Unterstützung durch CTI Start-up ist kostenlos für Jungunternehmer. Zudem profitieren sie vom Know-how und Netzwerk der über 60 erfahrenen CTI Start-up Business-Coaches.